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Plagiat

Plagiat

Ein wichtiger Spezialfall einer Täuschung stellt das Plagiat dar. Dabei geht es um Promotionen ebenso wie um Seminararbeiten, Hausarbeiten und Abschlussarbeiten. Immer geht es darum, dass ein Plagiat vorliegt, wenn wesentliche Gedanken nicht vom Prüfling selbst stammen und diese fremden Gedanken nicht kenntlich gemacht werden. Grundsätzlich gilt, dass der Leser immer wissen muss „wer zu ihm spricht“. Gerade bei Promotionen haben Plagiatsfälle in den Medien ein breites Echo gefunden. Viele Politiker und andere Prominente sind noch Jahre nach erfolgreichem Abschluss ihrer Promotion mit einem Plagiatsvorwurf bzw. Täuschungsvorwurf konfrontiert worden. Auch wir hatten Gelegenheit, einige prominente Verfahren zu begleiten.

Wann genau ist aber ein Plagiat gegeben? Nach der Rechtsprechung müssen die Plagiatstellen die Arbeit quantitativ, qualitativ oder in einer Gesamtschau beider Möglichkeiten prägen. Übersetzt bedeutet dies, dass entweder sehr viele Stellen vorhanden sein müssen die nicht ordnungsgemäß zitiert werden, oder aber es muss besonders wichtige Teile der Arbeit betreffen. Bei einer Dissertation gilt die Kontrollfrage, dass die restliche Dissertation den inhaltlichen Anforderungen an eine beachtliche wissenschaftliche Leistung noch genügen muss. Tatsächlich bedarf es einer sehr genauen und gründlichen Prüfung ob ein Plagiat gegeben ist. Die Verteidigung gegen den Vorwurf kann sehr kleinteilig sein. Wir stehen Ihnen hier gerne zur Verfügung.

Ein Wort noch zum Spezialfall des Selbstplagiats. Ein Selbstplagiat ist gegeben, wenn aus einer eigenen früheren Arbeit zitiert wird ohne dies kenntlich zu machen. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich hierbei nicht um ein Plagiat, da nicht über den geistigen Urheber der Leistung getäuscht wird. Es kann sich allerdings in dennoch um eine Täuschungshandlung handeln, da der Prüfling möglicherweise über die genutzte Prüfungszeit täuscht. Dieses Beispiel macht deutlich, dass die Einordnung einer Handlung als Plagiat oder Täuschung eine anspruchsvolle Rechtsfrage darstellt.

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